TalentbörseKochen, waschen, putzen, das Pfarrhaus in Ordnung halten, Telefondienst übernehmen, die Kirche schmücken - dass diese Tätigkeiten zu den Aufgaben fast jeder Pfarrhausfrau gehören, ist keine große Überraschung. Dass aber viele der Kolleginnen es auf ganz anderen Gebieten zu wahrer Meisterschaft gebracht haben oder ein ausgefallenes Hobby pflegen, soll auf dieser Seite gezeigt werden. In losen Abständen stellen wir jeweils eine Kollegin vor. Gestalten der Osterkerzen für die GemeindePfarrhausfrau Anne Hahnlein aus Sennfeld gestaltet schon seit vielen Jahren die Osterkerze für die Pfarrei. Sie hat dabei eine ganz besondere Technik entwickelt, bei der die "Handarbeit" im Vordergrund steht: das Wachs wird mit den Händen geknetet, verschiedene Farben miteinander gemischt und in Form gebracht. So entstehen die eindrucksvollen Bilder auf den Kerzen.

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© Hahnlein  |
| Anne Hahnlein (l.) bei der Arbeit |
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© Hahnlein  |
| Das Werk kann sich sehen lassen |
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© Hahnlein  |
| Eine Auswahl aus früheren Jahren |
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| © Schmitt |
| Christine Schmitt |
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Kreatives von Christine Schmitt, Waldfenster
Christine Schmitt nutzt ein großes Fenster im Neubau des Pfarrhauses Burkardroth zum Dekorieren nach jahreszeitlichen Themen. Einige Bilder mögen den Ideenreichtum und die gekonnte Ausführung illustrieren.
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© Schmitt  |
| Ostern |
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© Schmitt  |
| Zeit |
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Neues von Johanna Hofmann, Euerfeld Seit 24 Jahren bin ich Pfarrhausfrau bei Pfarrer i. R. Erich Seitz und ich glaube, der liebe Gott hat mir
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© K. Weber  |
| Johanna Hofmann in Aktion |
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mehrere Talente geschenkt. Ich habe mit meinem Pfarrer dreimal die Gemeinden gewechselt. So lernte ich immer mehr und andere Menschen kennen mit den verschiedensten Wünschen und Erwartungen.In meinen jüngeren Jahren habe ich viel mit Jugendlichen und jungen Müttern gebastelt und hielt Nähkurse, da ich von Beruf Schneidermeisterin bin. Wir fertigten Röcke und Blusen und machten Änderungen. Ich nähte liturgische Ministrantenkleidung und Sternsingerroben. Jedes Jahr gestaltete ich zusammen mit den Kommunionkindern und Gruppenmüttern die Kommunionkerzen nach dem jeweiligen Thema. Vor 10 Jahren kam ich ins Rentenalter und wollte mein Gedächtnis trainieren. Kurz entschlossen besuchte ich einen Grundlehrgang „Gedächtnistraining“ und einen weiteren Kurs „Senioren-gymnastik“ und „Tanzen im Sitzen“. Nach Absprache mit meinem Pfarrer setzte ich dieses Wissen und das Erlernte in die Tat um. Also Seniorenarbeit! Seit dem Jahre 2000 treffen wir uns, das sind 12 – 16 Frauen im Seniorenalter aus unseren Gemeinden, in einem Sportheim. Dort können wir uns geistig und bewegungsmäßig austoben. Wir trainieren, um im Alter fit zu bleiben, Wahrnehmung, Konzentration, Wortfindung, Merkfähigkeit, Formulierung, logisches Denken, Fantasie, Kreativität und Bewegung bei Gymnastik, Tanzen im Sitzen, meditative Tänze und lustige Spiele. Das alles wird sehr gut angenommen und ich freue mich, diese Begeisterung weiter geben zu können. Natürlich feiern wir auch die Geburtstage und singen gerne. In diesem Jahr werde ich 75 und, so Gott will, werde ich meine Talente noch eine Zeitlang weitergeben.
Christine Beck aus Partenstein (Main-Spessart) erzählt:Mein Name ist Christine Beck, ich bin 48 Jahre alt, verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder. Ich arbeite Teilzeit im Pfarrhaus in Frammersbach bei Pfarrer Bernhard Albert. Die Imkerei habe ich sozusagen „geerbt“. Mein Vater imkert schon seit 60 Jahren und als es ihm gesundheitlich nicht so gut ging, bin ich nach kurzem Überlegen mit eingestiegen. Im Frühjahr 2007 habe ich beim Imkerverein Lohr/Steinbach einen zehnwöchigen Kurs belegt und darf mich seitdem „Jungimker“ nennen.
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| © Beck |
| Am Freistand beim Kontrollieren der Waben |
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Im Februar/März beginnt die Arbeit eines Imkers damit, dass der Gesamtzustand der Bienenvölker überprüft und gegebenenfalls zugefüttert wird. Bis Juni müssen regelmäßig Schwarmkontrollen durchgeführt und die Völker durch die Zugabe von Waben erweitert werden. Eventuell werden in dieser Zeit Jungvölker (Ableger) gebildet. Wenn das Wetter angemessen ist und die Völker genügend „Tracht“ eingetragen haben, kann die Honigernte beginnen. Nun müssen die vollen Honigwaben entnommen und leergeschleudert werden. Ab Juli/August werden die Honigräume abgebaut und es wird mit der Varroa-Bekämpfung begonnen. Außerdem müssen die Völker für den Winter gefüttert werden, da man ihnen den Honig entnommen hat. Im Herbst wird abermals gegen die Varroamilbe behandelt. Im letzten Winter hatten wir große Verluste durch die Varroamilbe. Aber durch Zukäufe und Ablegerbildung haben wir jetzt zusammen acht Völker. Davon befinden sich fünf Völker in unserem Bienenhaus im Wald zwischen Partenstein und Krommenthal. Die übrigen drei stehen in einem Freistand in Lohr a. Main auf dem Valentinusberg. Dadurch, dass ich „nur“ Teilzeit arbeite, bringe ich Hobby und Arbeit unter einen Hut. Obwohl die Imkerei recht zeitintensiv ist, macht es doch viel Spaß und Honig esse ich für mein Leben gern.
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| © Beck |
| Beim Etikettieren der Gläser |
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Es berichtet Marilen Mösl aus Aschaffenburg:Heiligabend mit 100 Gästen
Es ist wieder Advent und ich denke zurück an meine Tätigkeit im Martinushaus in Aschaffenburg, im Haushalt der Pallottiner. Das Martinushaus ist eine Bildungseinrichtung der Diözese Würzburg. Nach der Eröffnung hatten die Pallottiner 1972 für den Untermain die Jugendarbeit und die religiöse Weiterbildung für Erwachsene übernommen.Es waren für mich sehr gute und ereignisreiche Jahre, ich begegnete vielen Menschen in diesem gastfreundlichen und offenen Haus. Oft haben die Patres die Referenten und Pallottiner-Mitbrüder zum Übernachten und zur Verköstigung eingeladen.
Erzählen möchte ich ein wenig von den Heiligen Abenden im Martinushaus. Der erste Rektor, Pater Josef Danko, hatte Weihnachten 1973 eine kleine Feier angeboten für Alleinstehende, Durchreisende und Nichtsesshafte. Es gab Selbstgemachtes aus unserer Küche, Glühwein, Tee, Kaffee und ein Bier. Damals durfte noch geraucht werden und durch die Zigaretten-spenden wurde der Aufenthaltsraum zur Räucherkammer. Das weihnachtliche Angebot im Martinushaus sprach sich herum und so bekamen wir jedes Jahr mehr Gäste dazu, die sich auf den Heiligen Abend bei uns freuten. Die Alten brachten wieder Neue mit, viele Stammgäste blieben. Ein Ehepaar habe ich noch in Erinnerung, damals mit seiner Tochter als Säugling im Kinderwagen kam. Sie erschienen jedes Jahr, bis die Tochter fast erwachsen war. Der Mann starb vor ein paar Jahren, die Frau kommt heute noch, allein. Sie trifft dann aber immer wieder alte Bekannte. Wichtig ist, sich mit den Menschen zu unterhalten. Nach aufgewärmten und gefülltem Magen erzählten sie von ihren Sorgen und Nöten. Ich weiß noch, das in einem Jahr sehr viele junge Leute kamen, junge Männer, arbeitslos, drogenabhängig, mit Null-Bock auf´s Leben. Einer war dabei, aidskrank, - er bekam das heulende Elend an diesem Abend. Ich dachte, es ist gut, dass er hier ist. So konnte er doch Zuwendung, Anteilnahme und ein wenig Trost erfahren. Für das Betreuungsteam war es nicht einfach, die Leute nach etwa 3-4 Stunden wieder wegschicken zu müssen. Im städtischen Übernachtungsheim konnten meistens noch ein paar Plätze gefunden werden. Einmal sprach ich dieses Thema bei den Leuten an und ich war erleichtert, positive Reaktionen zu hören: „Wir sind schon froh, hier wenigstens ein paar Stunden bleiben zu können, machen Sie sich keine Sorgen.“ Mit den Jahren weitete sich der Kreis der Gäste und Helfer sehr. Nach den Pallottinern haben auch die nachfolgenden Leiter des Hauses ebenfalls die Aufgabe übernommen. Heute kommen etwas 80 -100 Menschen am Heiligen Abend ins Martinushaus. Die Bewirtung ist professioneller geworden, auch die Organisation. Von Anfang an gab es Päckchen aus Spenden für jeden Besucher mit ein paar praktischen Dingen darin. Das ist bis heute so geblieben. Auf diese Weise habe ich 26 Heiligabende mit den Bedürftigen und Alleinstehenden verbracht. Ich habe es immer gerne getan. Oft kam es zu guten Gesprächen, auch zu Spaß und Fröhlichkeit. Am liebsten hatte ich es zu tun mit den Nichtsesshaften in ihrer Originalität, ihren philosophischen Ansichten, ihren Lebensweisheiten und ihrem Freiheitsdrang. Die meisten schliefen lieber irgendwo im Freien, als sich in einer Unterkunft mit Ihresgleichen vertragen zu müssen.
Dagmar Neumar, Pfarrhausfrau in St. Pius, Aschaffenburg
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| © privat |
| Dagmar Neumar bei ihrer Sommerbeschäftigung |
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Mit den ersten Erdbeeren im Garten fällt für sie der Startschuss für die Einmachsaison. Dank eines Pfarrgartens, der alles bietet, was sich zum Einkochen eignet, kann sie auf ungespritztes, gesundes Obst und Gemüse zurückgreifen. Und das in großen Mengen. 1 Zentner Obst pro Saison wandert da schon mal durch den Kochtopf in die Gläser: Kirschen, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Äpfel, Zwetschgen und Pfirsiche, Kürbis und Quitten. Der Phantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. Aber auch Kohlrabi, Spinat, Bohnen und Tomaten werden verarbeitet, damit auch der Winter mit eigenem Gemüse überstanden werden kann. Und wohin mit dem ganzen Segen? Zum einen ist der Pfarrer, Albert Leutbecher, ein zuverlässiger Vertilger der Köstlichkeiten, zum anderen sind die gefüllten Gläser ein willkommenes Dankeschön für die Mitglieder des Pfarrgemeinderates oder andere ehrenamtliche Mitarbeiter in der Pfarrei. Spätestens an Ostern, wenn die Bestände im Vorratskeller drastisch abgenommen haben, werden schon mal die leeren Gläser zusammengestellt. Und dann heißt es bald: auf ein Neues!
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| © privat |
| Die Pfarrhausfrau inmitten ihrer "Schätze" |
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