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Bistum Würzburg  > Seelsorge  > Kooperative Pastoral  > Pastorales Gespräch

Unser Weg

Das Pastoralkonzept

"Eine Kirche, die sich erneuern will, muß wissen, wer sie ist und wohin sie zielt. Nichts fordert so viel Treue wie lebendiger Wandel."

Bei der Veranstaltung 'Weg-Kreuzung' vor zehn Jahren stellte Bischof Dr. Paul-Werner Scheele sein Pastoralkonzept als Ergebnis des Pastoralen Gesprächs vor.
Bei der "Weg-Kreuzung" vor zehn Jahren wurden die Ergebnisse des Pastoralen Gesprächs multimedial in einem Straßencafé präsentiert. Bischof Dr. Paul-Werner Scheele stellte dabei sein Pastoralkonzept vor.
94 Seiten stark ist das Pastoralkonzept, das Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele aus den 23 Beschlüssen des Diözesanpastoralrats erarbeitet hatte. Damit hatte er die Ergebnisse des vierjährigen Dialogprozesses gebündelt und für die Seelsorge im Bistum Würzburg fruchtbar gemacht. Beim Diözsantag "Weg-Kreuzung" stellte er die Grundzüge der Orientierungshilfen vor.

Der Bischof bekannte sich eindeutig zur kooperativen Seelsorge, die er als "Gebot der Stunde" bezeichnete. Vielerorts, so Scheele, sind "neue Formen der kooperativen Pastoral" nötig. Voraussetzung dazu sei jedoch, daß alle Katholiken ihre seelsorgerliche Verantwortung erkennen. Der Bischof wörtlich: "Jedem Gläubigen ist aufgetragen, die Vielfalt der Begabungen und damit der Mitwirkung zu entdecken und zur Geltung kommen zu lassen. Von allen ist der entscheidene Wille zur Kooperation gefordert. Dieser Wille muß zu konkreten Schritten führen."

Die Gemeinde ist der wichtigste Ort, kooperative Seelsorge einzuüben und zu praktizieren. Der Priester als Leiter der Gemeinde ist laut Scheele dafür besonders in die Pflicht genommen. Wohnt der Priester nicht am Ort, ist die Benennung einer Vertrauensperson nötig, die Kontakt mit dem zuständigen Pfarrer hält. Diese Vertrauenspersonen können beispielsweise Ruhestandsgeistliche, Diakone, Pastoral- oder Gemeindereferent/innen, Pfarrgemeinderatsvorsitzende, Kirchenpfleger oder Ehrenamtliche sein. Die Gemeindeverantwortlichen werden vom Pfarrer im Einvernehmen mit dem Pfarrgemeinderat vorgeschlagen und vom Bischof beauftragt. Scheele fordert darüber hinaus, daß in allen Gemeinden Pfarrgemeinderäte eingerichtet werden. Pfarrgemeinderat und Pfarrer tragen gemeinsam eine besondere Verantwortung für die Seelsorge.

Der Bischof weitet aber auch den Blick auf das Verhältnis von Kirche und Welt. Angesichts der Bedeutung der Arbeit für das menschliche Leben und der "katastrophalen Arbeitslosigkeit" müsse die Kirche der Arbeitswelt mehr Aufmerksamkeit schenken. "Den Arbeitslosen schulden wir besondere Solidarität", betont der Bischof. Eine "dringliche Herausforderung" sei auch der Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Die wichtigsten politischen Aufgaben sind nach seinen Worten der Einsatz für die Grundrechte der Menschen, für das Recht auf Leben und Freiheit, Nahrung und Kleidung, Wohnung und Arbeit. Der Bischof mahnt auch die Gleichberechtigung der Frauen an: Was im weltlichen und kirchlichen Recht festgelegt sei, werde "längst nicht hinreichend im Leben der Gemeinschaft verwirklicht". In der Kirche sei das um so mehr zu bedauern, als die Frauen sehr viele Aufgaben wahrnehmen. Unmißverständlich tritt der Bischof dafür ein, daß die Kirche Partei für die Armen ergreift, den "Stimmlosen ihre Stimme leiht", Ungerechtigkeiten aufdeckt und dazu beiträgt, sie zu überwinden. Unerläßlich sei auch der Friedensdienst sowie das Eintreten der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung und die Verantwortung für Natur, Pflanzen und Tiere.

Die nächsten Schritte, um die Ergebnisse des Pastoralen Gesprächs umzusetzen, sollen nach den Empfehlungen des Bischofs in den Bereichen Ehe und Familie, Jugend und Arbeitswelt erfolgen. Die Probleme von Ehe und Familie wiegen nach seinen Worten deshalb besonders schwer, weil Ehe und Familie die Grundzelle der menschlichen Gemeinschaft und eine "spezifische Verwirklichung der kirchlichen Gemeinschaft" sind.

Nicht in das Pastoralkonzept aufgenommen wurden nach den Worten des Bischofs "Äußerungen zu Problemen, die nur von der Gesamtkirche zu lösen sind". Dabei geht es etwa um Rückmeldungen zum Pflichtzölibat der Priester, zur Weihe verheirateter bewährter Männer ("viri probati") oder zu Diakonat und Priestertum der Frau.