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Seminarkirche Sankt Michael

Orgel

Die Klais Orgel von Sankt Michael

Schon in der ersten Jesuitenkirche stand seit 1612, so die erste Erwähnung, eine Orgel. Die im 18. Jahrhundert erbaute Kirche musste vermutlich ohne Orgel auskommen. Erst 1867 baute der Würzburger Orgelbauer Heinrich Fischer ein Instrument, dessen Gehäuse von Adam Barth, Würzburg, geschaffen wurde. Beim Wiederaufbau nach 1945 gelang Dombaumeister Hans Schädel in Zusammenarbeit mit der Firma Klais (Bonn) und dem Universitätsbauamt ein richtungsweisender Entwurf für die Orgel. Das Instrument erhielt eine mechanische Spieltraktur mit elektromagnetischer Registertraktur, eine damals recht neue Technik. Der Grundriss des Instrumentes wurde an das Oval der Hauptempore angepasst, die äußeren Pfeifengruppen vom Pedal werden aus konische verlaufenden Seitenwänden, die wie Spangen wirken, zusammengefasst. Die mittleren Pfeifengruppen von Rückpositiv und Hauptwerk korrespondieren in ihrem Ablauf, das prägnante Profil der gesamten Orgel ist eingebettet in die Ostwand und ihr bestimmendes Fenster.

Im Zusammenhang mit der Kirchenrenovierung wurde diese Orgel 1988 teilweise abgebaut und eingelagert. Neben einer Grundreinigung der gesamten Orgel wurde einige behutsame Änderungen und Erweiterungen vorgenommen, um eine Anpassung an heutige Standards zu ermöglichen, ohne den ursprünglichen Charakter der Orgel zu verlieren. Vor allem in der Disposition und Intonation wurden Änderungen vorgenommen, um die Orgel an die seit der Renovierung der Kirche veränderte Akustik anzupassen und um dem Instrument mehr Fülle und Wärme zu geben, als das die neobarocke Disposition von 1959 konnte. Insgesamt wurde in allen Teilwerken der Winddruck leicht angehoben und die Pfeifen auf mehr Grundtonigkeit intoniert. Durch den Austausch und die Ergänzung der Zungenregister bekam die Orgel mehr Kraft. Das Instrument wird heute neben der Gottesdienstbegleitung von den Seminaristen und Schülern der Fachakademie zu Übungszwecken, sowie als Konzertorgel genutzt.