Professor Dr. Cornelius Mayer zum 80. GeburtstagGrußwort von Professor Dr. Adolf Hampel, Justus-Liebig-Universität Gießen
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© Karl-Franz Hoffmann  |
| Als ehemaliger Gießener Kollege beglückwünscht Prof. Dr. Adolf Hampel den Jubilar. |
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Jahrelang hatte ich an der Justus-Liebig-Universität Gießen mein Arbeitszimmer am gleichen Flur wie Kollege Mayer. Oft gingen wir gemeinsam zum Mittagessen in die Mensa oder nahmen einen Imbiss in seinem geräumigen Zimmer ein. Wir unternahmen gemeinsame Reisen oder trafen uns in den Ferien. Trotz all dieser Gemeinsamkeiten habe ich erst vor vier Wochen bei einem Besuch in seinem Heimatdorf Pilisborosjenö, zu deutsch: Weindorf, einen Schlüssel zu seiner Persönlichkeit gefunden.In dem bescheidenen donauschwäbischen Dorf mit dem unaussprechlichen Namen in der Nähe der Metropole Budapest hat der junge Cornelius entscheidende Prägungen erfahren. Wie sehr er sein Dorf liebt und zu seiner Herkunft als Bürger von Pilisborosjenö steht, wurde mir deutlich, als er mit einem großen Strauß Rosen zum Friedhof ging, die Gräber seiner Verwandten und Jugendfreunde suchte, um auf jedes Grab eine Rose zu legen. Während wir durch die staubigen Dorfstraßen gingen und trotz mancher Knieschmerzen den Hausberg erklommen, kamen mir die Worte Hölderlins aus dem Rhein-Hymnus in den Sinn: „Wie du anfingst, wirst du bleiben. Soviel auch wirket die Not und die Zucht: Das meiste nämlich vermag die Geburt“. Mit Begeisterung und einer gewissen Nostalgie erzählte Mayer von seiner arbeitsreichen Kindheit, aber auch von eigenwilligen, risikoreichen Unternehmungen, vor allem am Ende des Krieges in unmittelbarer Nähe der heiß umkämpften Stadt Budapest. Der junge Cornelius hat das Risiko nicht gescheut – auch später nicht: War es nicht auch ein Risiko, seine wissenschaftliche Lebensleistung ganz einem Thema zu widmen: der Augustinus-Forschung? War damit nicht die Gefahr gegeben, ein verschrobener Buchstaben-Fetischist zu werden? Wer auch nur einmal seine große Gastfreundschaft genoss, wer seine Sangesfreude kennen lernte, weiß, dass Kollege Mayer dieser Gefahr nicht erlegen ist. Gewiss - heute fliegen ihm Anerkennung von kirchlicher, wissenschaftlicher, staatlicher Seite zu. Aber der Weg dahin war lang und arbeitsreich. Ja, arbeiten und feiern versteht unser Jubilar. Beides möge ihm noch viele Jahre gegönnt sein! Ad multos annos!
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