Professor Dr. Cornelius Petrus Mayer OSA zum 80. GeburtstagGrußwort von Bürgermeister Dr. Dr. h.c. Adolf Bauer, ZAF-Vorsitzender und Bischöflicher FinanzdirektorSehr verehrte Festversammlung,
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© Karl-Franz Hoffmann  |
| Der Vorsitzende des ZAF e.V., Bürgermeister und Bischöflicher Finanzdirektor Dr. Dr. h.c. Adolf Bauer. |
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unser großer akademischer Festakt für Professor Mayer und für unsere «Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung» hat mit den Dankesworten des Jubilars einen Höhepunkt an Feierlichkeit erreicht. Mir als dem stellvertretenden Vorsitzenden unserer «Gesellschaft» kommt nunmehr die heikle Aufgabe zu, von den Höhen des Pathos’ zu den Niederungen des Alltags unseres Vereinslebens überzuleiten: zu den Regularien.Nicht ganz zu Unrecht hält man mich wohl für besonders geeignet, den erhebenden Idealismus mit dem nötigen Realismus zu verbinden und beim Blick in den Himmel nicht die Erdung und die Bodenhaftung aus den Augen zu verlieren. Als ein solcher «Mittler zwischen den Welten» möchte ich zunächst meinerseits einige kurze Grußworte formulieren, bevor ich - womöglich noch kürzer - die unvermeidbaren Regularien unseres Vereins moderiere. Meine Grußworte darf ich aus dreierlei Perspektive an Dich, lieber Petrus, und Deine Gäste richten: zum einen als Vertreter Deiner neuen Heimat, der Stadt Würzburg, sodann als Dein ehemaliger Schüler, schließlich als der gegenwärtige Vorsitzende Deines «Zentrums für Augustinus-Forschung e.V.», Deines «ZAF». Zunächst einige Sätze zur Bedeutung der Augustiner, des Augustinerpaters Petrus sowie der Augustinus-Forschung in unserer ‹ciuitas Herbipolensis›. Schon 1262 hat der Augustiner-Orden Würzburg als Heimat- und Wirkungsstätte für sein klösterliches Leben entdeckt und in den folgenden Jahrhunderten als «Basis-Lager» für seine geistigen und geistlichen Aktivitäten weiterentwickelt - bis hin zum Sitz der Deutschen Augustiner-Ordensprovinz. Was speziell die geistigen Aktivitäten im Sinne einer Augustinus-Forschung betrifft, so erreichte diese 1937 einen ersten Höhepunkt in der Gründung des «Augustinus-Instituts». Als dessen zeitgemäße Fortsetzung darf das von Pater Petrus gegründete «Zentrum für Augustinus-Forschung», «ZAF», gelten. Zusammen mit der hiesigen Universität und seit 2005 als dessen An-Institut stellt das «ZAF» mittlerweile ein bedeutendes Bollwerk der Augustinus-Forschung am Wissenschaftsstandort Würzburg dar - mit Wirkung in alle Welt hinein. Um meine Rede kurz und kompakt zu halten, fasse ich die beiden letzten Perspektiven meines Grußes - als ehemaliger Kloster-Schüler und als gegenwärtiger Vorsitzender des «ZAF» - zu einem einzigen, verbindenden Fokus zusammen: Du, Petrus, warst und bist unser fordernder wie auch fördernder ‹Magister›, unser strenger und streitbarer, aber dennoch - oder gerade dadurch - faszinierender und fruchtbarer ‹Lehrer›. Das galt einst für Deine pädagogische Leitung im Kloster-Seminar, und das gilt mutatis mutandis heute in Deiner wissenschaftlichen Leitung des «ZAF» . Dein Führungsstil und die Prinzipien Deiner Pädagogik beruhen dabei - wie sollte es anders sein - auf dem Erziehungsverständnis Deiner großen Leitfigur: des heiligen Augustinus. Denn schon beim Bischof von Hippo findet sich das ebenso uralte wie brandaktuelle Erziehungsprogramm der Einheit von Fordern und Fördern. Insofern Ihr Wissenschaftler jede These mit Belegen und Quellenangaben gestützt sehen wollt, darf ich auch sogleich eine augustinische Zitatstellen anführen, nämlich aus De Academicis 1,6: «nam et maximae res cum a parvis quaeruntur, magnos eos solent efficere» - «Denn auch die größten und schwierigsten Gegenstände pflegen, wenn sie von ‹Kleinen› untersucht und reflektiert werden, diese ‹Kleinen› zu ‹Großen› zu machen». Kurzum: Wo immer Du, lieber Petrus, ein ‹rector›, ein ‹Lenker›, warst oder bist, warst und bist Du zugleich immer auch ein ‹spiritus rector›, ein ‹Geistes- und Seelenlenker›. Dass Du bei Deinen vielfältigen Lenkungs- und Leitungs-Aufgaben vornehmlich aus dem ‹spiritus›, dem Geiste, des heiligen Augustinus schöpfst, lässt die von Dir Gelenkten und Geleiteten auch so manche Anstrengung und Härte geduldig, ja hoffnungsfroh ertragen - auch dazu ein abschließendes Augustinus-Zitat aus den Enarrationes in Psalmos 54,2: «laudandus est, qui et in tribulationibus erudit ... eum erudit cui parat hereditatem» - «Lob gebührt demjenigen, der auch mit Härten erzieht .... (denn) wen er (solcherart) erzieht, dem will er sein Erbe vermachen».
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