Jahresvollversammlung 2003 der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V. RECHENSCHAFTSBERICHT UND PLANUNGEN JAHRESVOLLVERSAMMLUNG 2003 Sehr verehrter, lieber Herr Bischof Scheele, verehrte Mitglieder und Gäste, meine Damen und Herren! Ich darf mich im Hinblick auf die bereits erfolgte Präsentation des zweiten Bandes des Augustinus-Lexikons sowie der Zweitauflage des Corpus Augustinianum Gissense mit meinem Rechenschaftsbericht kurz fassen. Zu erwähnen wären noch die zusätzlichen Informationen, die das Zentrum für Augustinus-Forschung in Würzburg im Internet anbietet, u. a. sind dies: mehrere ins Deutsche übersetzte und kommentierte Augustinuspredigten (unter Beifügung freilich des lateinischen Textes); sonstige Juwelen augustinischer Texte; ein ständig erweiterter Zitatenschatz das Augustinus-Literatur-Portal mit der Datenbank der augustinischen Sekun därliteratur und der Bibliographie des Augustinus-Lexikons; und nicht zuletzt die Beantwortung zahlreicher Anfragen aus aller Welt, erbetene Recherchen von Sätzen, deren augustinische Herkunft oft nur vermutet wird. Zunehmend erreichen uns E-mails von Studentinnen und Studenten, aber auch von Schülerinnen und Schülern aus den Oberklassen in Gymnasien, die bei Erstellungen von Haus- oder Seminar- oder Examensarbeiten über augustinische Themen auf Hilfe sei es durch einschlägige Texte, sei es auch durch Hinweise auf weiterführende Sekundärliteratur angewiesen sind. (Beispiel) Nicht wenig Zeit nahm das von Dr. Goppel suggerierte, durch Vermittlung von Dr. Bauer dann aber vorzüglich von Bischof Scheele auf den Weg gebrachte Anbindungsvorhaben des Zentrums für Augustinus-Forschung an die hiesige Universität in Anspruch. Die erste gemeinsame und erfolgreiche Veranstaltung mit dem Institut für Pädagogik unter der Federführung von Herrn Kollegen Böhm war der bereits erwähnte Studientag mit dem Thema Augustinus und seine Bedeutung für die Gegenwart. In diesem WS bietet Dr. habil. Christof Müller, Mitherausgeber und Co-Redaktor des AL, ein Hauptseminar mit dem Titel Augustinus – ausgewählte Themen seiner Theologie in der Theologischen Fakultät am Lehrstuhl des Prof. Dünzl für Alte Kirchengeschichte an. Ich selbst hielt im vergangenen SS im gemeinsamen Doktorandenseminar für Philosophie und Klassische Philologie der Lehrstuhlinhaber Andreas Speer und Michael Erler einen Vortrag über die Gnadenlehre Augustins. Was die Planungen betrifft, so hoffe ich, dass wir die Vielzahl der Projekte des übrigens aus ebenso hochqualifizierten wie hochmotivierten Mitarbeitern bestehenden Zentrums nicht nur intensiv, sondern auch extensiv weiterführen können und so der am Denken Augustins weltweit interessierten Wissenschaft jenen Dienst leisten, der dem Kirchenvater – immer noch einem der meist gefragten Geister der christlich-abendländischen Kultur – zusteht. Zum Schluss bleibt mir zu danken für alle finanzielle wie ideelle Hilfe. Der Dank des Zentrums gilt allem voran der Deutschen Augustinerordensprovinz, die seit rund 25 Jahren für die gesamte Infrastruktur (Räume, Bibliothek, Porto und Telefon – um nur einiges zu nennen) aufkommt – gegenwärtig immerhin ein Volumen von ca. 30.000 Euro im Jahr. Ein besonderer Dank gilt der Diözese Würzburg, die – seit 1987 Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V. – unser größter Mäzen ist. Unerreicht beim Einwerben von Spenden zugunsten der Gesellschaft ist deren stellvertretender Vorsitzender, Dr. Adolf Bauer. Ich denke, sein Engagement gründet nicht allein in der Dankbarkeit für die während seiner Gymnasialzeit erhaltene Erziehung in einem Internat der Augustiner, das damals unter meiner Leitung stand, sondern ebenso im Wissen um die schon erwähnte Bedeutung Augustins für unsere Kultur, deren Erhalt und Propagierung ihm offensichtlich ein Herzensanliegen ist. Freilich gilt unser Dank nicht zuletzt dem leider abwesenden Vorsitzenden unserer Gesellschaft. Ihm schrieb ich unmittelbar nach seiner Ernennung einen Brief, dessen Inhalt ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Würzburg, den 15.10.2003 Sehr geehrter, lieber Herr Dr. Goppel, Sie werden verstehen, dass ich mich über Ihre Ernennung zum Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst freue und Ihnen bei der Ausübung dieses Amtes Gottes Segen, an dem nicht nur sprichwörtlich ‹alles gelegen ist›, wünsche. Sie sind jetzt im Hinblick auf die Augustinus-Forschung sozusagen mein Chef, und darüber freue ich mich erst recht, zumal ich weiß, dass Sie nicht zum Kreis jener gehören, die man metaphorisch zu ‹felix Austria› zählen muss. Ich hoffe sehr, Ihr neues Amt wird Sie nicht hindern, am 25. d. Mt.s Ihrer eigenen Einladung Folge zu leisten. Wir haben uns viel Mühe gemacht, die diesjährige Vollversammlung glanzvoll zu gestalten. Darf ich noch einen Wunsch äußern? In Ihrem Lebenslauf im Internet auf der Homepage der CSU wird erwähnt, dass Sie in mehreren Gremien Vorsitzender und Präsident sind, u.a. beim ‹Musikbund von Ober- und Niederbayern e.V.›, ferner beim ‹Bayerischen Blasmusikverband e.V.›. Ich vermisse in dieser Liste Ihre Präsidentschaft bei der ‹Gesellschaft zur Förderung der Augustinus-Forschung e.V.›, und ich denke, Ihre Eloquenz allein schon böte Grund genug zu einem Bekenntnis, sich für einen Lehrer der abendländischen Kultur eingesetzt zu haben und immer noch einzusetzen, dessen Sprache, von der Tiefe der Gedanken abgesehen, Menschen heute noch fasziniert. Ich gratuliere also nochmals auch im Namen der Mitglieder unserer Gesellschaft sowie meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Augustinus-Forschung und verbleibe wie immer herzlich grüßend Ihr Cornelius Petrus Mayer OSA Was die in diesem Brief geäußerte Bitte betrifft, so darf ich berichten, dass auf der erwähnten Homepage die Präsidentschaft des Herrn Staatsministers Dr. Goppel auch bei unserer Gesellschaft bereits die Woche darauf zu lesen war. Gestern noch erhielt ich ein ausführlicheren Brief von unserem Vorsitzenden, dessen Inhalt ich Ihnen ebenfalls nicht vorenthalten möchte. Az: V 313 M3 // dikt. 18.10.2003. Datum 23,10.03 Verehrter Herr Professor, lieber Pater Cornelius Petrus, zuerst sei betont, wie sehr ich mich über Ihren herzlichen Glückwunsch gefreut habe, der sich der mittelbaren Wahlfolgen annimmt, die auch mich einbezogen sehen. Obwohl ich sehe, dass die kommenden Monate und Jahre schwierige Zeiten für uns alle mit sich bringen, will ich mit ganzem Schwung ans Werk gehen und versuchen, in den mir anvertrauten Bereichen den guten Ruf Bayerns zu festigen, wenn möglich auch zu mehren. «Gottes Segen, an dem alles gelegen ist», wird dabei gebraucht. Dass Sie ihn mitbeschaffen, davon gehe ich aus. Nun aber zum eigentlichen Anlass dieses Briefes: Es tut mir außerordentlich leid, dass ich am kommenden Samstag nicht in der Lage bin, unsere Augustinus-eigene Jahreshauptversammlung zu leiten und für all unsere Freunde zu dokumentieren, wie viel ich der neu möglich werdenden Symbiose zwischen meiner Aufgabe und unserem Forschungsinstitut persönlich abgewinne. Am gleichen Tag und zur gleichen Stunde feiert die ‹Neue Pinakothek› in München, demnach paradoxerweise die ‹Ältere›, obwohl sie nicht die ‹Alte› Pinakothek ist, ihren 150. Geburtstag. Dass beim Festakt, der aus diesem Anlass angesetzt ist, der zuständige Staatsminister nicht fehlen darf, zumal dann nicht, wenn der Ministerpräsident persönlich sein Kommen und seine Ansprache angesagt hat, liegt auf der Hand. Dass es nicht möglich war und ist, eine andere Priorität zu setzen, dafür bitte ich die Freunde, Gönner und Mitglieder unserer Augustinus-Forschungs-Gesellschaft um ihr Verständnis und um Nachsicht. Selbstverständlich wäre ich besonders gerne in Würzburg, weil Seine Exzellenz, der Würzburger Bischof, unser Oberhirte Dr. Paul-Werner Scheele die augustinische Festrede hält, wir die Gelegenheit ja ausdrücklich dazu nutzen wollten, ihm für seinen Einsatz und all seine Unterstützung zu danken und ihn zu verabschieden. Adolf Bauer wird das aus seiner doppelten Funktion heraus bestens tun. Wichtig ist mir, das Sie nicht übersehen, Bischof Dr. Paul-Werner Scheele auch meinen ganz persönlichen und herzlichen Dank zu sagen dafür, das er zu Beginn diesen Jahres den Versuch unternommen hat, uns die Anbindung an die Würzburger Julius-Echter-Universität zu erleichtern. Ganz besonders gerne wäre ich auch deshalb dieses Mal bei unserer Jahreshauptversammlung, weil sie in Räumlichkeiten der Universität stattfindet und damit unsere Nähe dorthin dokumentiert. Danken Sie doch auch Ihren/unseren Partnern in der Universität herzlich für das Entgegenkommen, uns wenigstens für einen Tag dort zu beherbergen. Schließlich bitt ich Sie, unsere anwesenden Mitglieder und Freund herzlich von mir zu grüßen. Für die Unterstützung, die sie uns übers Jahr gewähren, die Treue, die sie bewahren, die Aufgeschlossenheit, die sie für das augustinische Werk behalten, sag ich ganz persönlich und herzlich Dank. Vorweg schon wünsche ich unserer Jahreshauptversammlung ein gutes Gelingen und Impulse aus der Begegnung, die über den Tag hinaus wirken und unsere gemeinschaftliche Zielsetzung voranbringen. Ihnen ganz persönlich sage ich Dank für die Arbeit übers Jahr, vergesse dabei Ihre Mitarbeiter nicht und hoffe, dass wir bald schon Gelegenheit haben, intensiv über all die Initiativen zu reden, die Sie sich und für uns für 2003/04 vorgenommen haben. Eine spannungsreiche, erkenntnisintensive und in der Begegnungsatmosphäre lockere Runde am 25. Oktober – Glück und Gottes Segen über dem kommenden Arbeitsjahr Dr. Thomas Goppel, MdL Noch ein Letztes: Für die Jahresvollversammlung 2004 ist Samstag der 13. November vorgesehen. Es ist dies zugleich der 1650. Geburtstag des hl. Augustinus und unsere Gesellschaft – 1979 gegründet – wird 25 Jahre alt. Wir werden uns alle Mühe geben, um diese Versammlung besonders festlich zu gestalten.
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