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C. Mayer bei Benedikt XVI.
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Ausgezeichnete Quellenlage

Im Unterschied zu den meisten Persönlichkeiten der alten Kirche sind unsere Kenntnisse über Augustinus alles andere als dürftig. Der Grund dafür liegt zunächst darin, daß Augustinus seine Confessiones - Bekenntnisse - schrieb. In diesem unvergleichlichen Werk der Weltliteratur hatte er seine eigene Biographie von frühester Jugend bis zu seiner Bekehrung zum Christentum deutend verarbeitet. Gewiß, diese seltsame Autobiographie geriet durch das Aufkommen der historisch-kritischen Methode für längere Zeit in das Feuer der Kritik. Heute scheint jedoch - nicht zuletzt aufgrund sorgfältiger, auch die Philologie miteinbeziehender historischer Untersuchungen - das Vertrauen in deren Glaubwürdigkeit wiederhergestellt zu sein. Selbstverständlich dient auch das übrige Schrifttum Augustins, seine Bücher, Briefe und Predigten, als Quelle für seine Biographie. Von außergewöhnlicher biographischer Dichte sind die sogenannten Retractationes - Nachprüfungen. Der greise Bischof hat nämlich in einer Art schriftstellerischer Beichte jedes einzelne seiner Werke nochmals durchgesehen, und wo er es für nötig fand, mit Korrekturen auch inhaltlicher Art versehen. Dabei fügte er zu vielen Schriften wertvolle Informationen über die Zeit, die Dauer und den Ort des Entstehens sowie über den Anlaß zur Abfassung eines Werkes bei.

Neben all diesem autobiographischen Material ist schließlich noch die Vita des Bischofs Possidius, eines Zeitgenossen und engen Vertrauten Augustins, zu erwähnen. Freilich kann sie sich weder in Form noch in Inhalt mit den Confessiones messen. Dennoch informiert sie trotz gewisser Einseitigkeiten zuverlässig über Augustin als einen Mann der Kirche.