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Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635)

Der Jesuitenpater Friedrich Spee von Langenfeld war einer der wenigen Kämpfer gegen die Hexenverfolgung und zugleich ein bedeutender Dichter und Theologe. Seine Frömmigkeit und Lobpreisung der Schöpfung Gottes in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und sein engagierter Einsatz für Menschen in Not sind beispielhaft. Spees Kampf gegen die Hexenprozesse durch seine Schrift „Cautio Criminalis“ ließ ihn unvergessen bleiben.

Von Spees lyrischem Werk stehen Kirchenlieder in den evangelischen und katholischen Gesangbüchern. Die „Trutznachtigall“, eine Sammlung geistlicher Lieder und Gedichte, gilt als bedeutendste katholische Barockdichtung. Das „Güldene Tugend-Buch“ für die Frauen der Kölner Sankt Ursula-Gesellschaft ist das erste größere für Frauen geschriebene Andachtsbuch. Fast vergessen war Spee im 18. Jahrhundert, bevor die Romantiker in seiner Lyrik Verwandtes entdeckten. Clemens von Brentano gab 1817 die „Trutznachtigall“ neu heraus.

Über Spees Würzburger Zeit ist relativ wenig bekannt. Er absolvierte hier von 1612 bis 1615 seine philosophischen Studienjahre und schloss mit dem Grad Magister Artium ab. – Im Bistum Würzburg wurden unter Fürstbischof Julius Echter ab 1590 die ersten "Hexen" verfolgt. Von 1615 bis 1618 wurden allein in Gerolzhofen 261 Menschen verbrannt. Einen Höhepunkt erreichte die Verfolgungswelle unter Bischof Adolf von Ehrenberg (1623-1631) mit 900 Hinrichtungen. Ausgeschlossen ist jedoch, dass Spee die Würzburger Hexen als Beichtvater zur Verbrennung begleitet hat, wie oft behauptet wird. Er war damals noch gar nicht zum Priester geweiht.

In Würzburg entstanden einige seiner über hundert Kirchenlieder, außerdem erschienen hier zwischen 1620 und 1623 vier Schriften, darunter das Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“. Eine der vier Schriften ist verschollen, die anderen drei sind nur noch in einem einzigen Exemplar erhalten, das in der Thurgauischen Kantonsbibliothek Frauenfeld aufbewahrt wird. Wie verbunden der Verfasser mit der Stadt war, zeigt die Schrift "Würzburger Lustgärtlein". Bereits vier Jahre vor "Wir rufen an den teuern Mann" erschien 1621 Spees Fassung zu Ehren des Frankenapostels Kilian, die mit den Worten beginnt "Sanct Kilian, ein edler Schott".

Im Würzburger Stadtteil Sanderau ist eine Straße nach Spee benannt. Im Innenhof des Priesterseminars erinnert seit 1995 der Zweitguss einer Statue von Heinrich Gerhard Bücker (Beckum-Vellum) an ihn. Das Original steht in Paderborn.

Bischof Dr. Paul-Werner Scheele bezeichnete Spees Schriften als "Hirtendienst mit der Feder". Mehr als durch seine Worte habe der Seelsorger jedoch durch seine Taten zur Nächstenliebe aufgerufen. Für den Würzburger Kirchenhistoriker Professor DDr. Klaus Wittstadt hat Spee aus innerer Überzeugung Toleranz gelebt, ohne im Andersdenkenden und -glaubenden den Feind zu sehen.

Am 25. Februar 1591 wurde Friedrich Spee als ältester Sohn des Amtmanns und adeligen Burgvogts Peter Spee in Kaiserswerth bei Düsseldorf geboren. Er besuchte ab 1602 das Gymnasium in Köln und erwarb den Baccalaureus der Universität. Am 22. September 1610 trat er in den Jesuitenorden ein und begann sein Noviziat in Trier. Wegen der Pest musste er fliehen und legte seine ersten Gelübde zwei Jahre später in Fulda ab.

Mit dem Eintritt in den Jesuitenorden hatte sich Spee für ein Leben an ständig wechselnden Einsatzorten entschieden. Er studierte zunächst in Würzburg und unterrichtete dann an den Jesuiten-Gymnasien von Speyer, Worms und Mainz. Nach dreijährigem Theologiestudium in Mainz empfing er die Priesterweihe am 28. März 1622 und wirkte als Seelsorger und Theologieprofessor in Paderborn, Köln und Trier.

Nach dem Tertiat in Speyer wechselte Spee 1628 nach Köln wo er ursprünglich einzelne Andachtsübungen zum "Güldenen Tugend-Buch" zusammenfasste. Darauf war er in der Rekatholisierung der Protestanten in und um Peine tätig. Am 29. April 1629 wurde Spee auf dem Ritt zur Messe überfallen und schwer verwundet. Noch im selben Jahr versetzte man ihn erneut nach Paderborn, um Moraltheologie zu lehren. Er schrieb dort an der „Cautio Criminalis“, seinem berühmtesten Buch. Spee bewies, dass in den Hexenprozessen Unschuldige verurteilt wurden, forderte die Einstellung der Prozesse und die Abschaffung der Folter. In jener Zeit des Dreißigjährigen Krieges verunsicherte die konfessionelle Spaltung und verelendete der Krieg die Menschen, der Hexenglaube trieb sie in die Paranoia. Diese und andere Nöte, Seuchen und Hunger, riefen den Seelsorger zum Einsatz seiner ganzen Kraft.

1631 wurde die „Cautio Criminalis“ anonym gedruckt. Da darin die Verantwortungslosigkeit von Richtern, Fürsten und Priestern angeprangert wird, erregte sie großes Aufsehen. Nach Bekanntwerden der Autorschaft Spees 1632 wurde ihm zunächst nahegelegt, den Orden zu verlassen, sein Verbleib jedoch später geduldet.

Er wechselte nach Trier und lehrte dort als Professor für Kasuistik und Exegese. Nachdem spanische Truppen die Stadt überfallen hatten, half Spee, Verwundete und Kranke zu pflegen. Dabei infizierte er sich mit der Pest und erlag ihr am 7. August 1635 im Alter von 44 Jahren. Noch am gleichen Tag wurde Friedrich Spee in der Jesuitenkirche bestattet. 1980 wurden seine Gebeine wieder entdeckt und neu bestattet. Versuche einer Heiligsprechung blieben bis heute ohne Erfolg.

Jerzy Staus

Einführungen:
+Helmut Weber und Gunther Franz „Friedrich Spee (1591-1635). Leben und Werk und sein Andenken in Trier“, hrsg. Friedrich-Spee-Gesellschaft Trier.
+„Friedrich Spee - Helfer zur Hoffnung“. Broschüre mit Beiträgen von Bischof Dr. Paul-Werner Scheele und Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand. Hrsg.: Medienreferat der Diözese Würzburg 1995.
Kontakt:
+Friedrich- Spee- Gesellschaft Trier e.V., Weberbach 25, 54290 Trier.
+Friedrich-Spee-Gesellschaft Düsseldorf e.V., c/o Horst-Josef Becker, Ulrich-von Hassel-Str.8, 40789 Monheim.