Gang durch die Geschichte des Bistums
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© foto: sauter  |
| St. Kilian wacht auf der Alten Mainbrücke, im Hintergrund St. Burkard und das Käppele hoch über dem Fluß. |
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Die ersten Christen gab es in und um Würzburg spätestens seit der Mission der irischen Glaubensboten Kilian, Kolonat und Totnan, die um 689 den Märtyrertod erlitten. Bonifatius ist die Schaffung stabiler kirchlicher Strukturen zu verdanken. Ein Zentrum früher Christianisierung dürfte auch das Kloster Karlburg bei Karlstadt (Lkr. Main-Spessart) gewesen sein, das mit der heiligen Immina in Verbindung gebracht wird, sowie das von der heiligen Lioba, einer Verwandten des Bonifatius, geleitete Kloster Tauberbischofsheim.Ende 741, spätestens 742, weihte Erzbischof Bonifatius Burkard zum ersten Bischof von Würzburg. Burkard gründete das St. Andreas-Kloster, auf dessen Grund heute die über 950 Jahre alte Pfarrkirche St. Burkard steht. Das Glaubensleben in Franken scheint einen raschen Aufschwung genommen zu haben: Würzburg verkündete das Evangelium bald am Obermain, im Steigerwald, sowie bei den Sachsen in Mittel- und Norddeutschland. Das Bistum Paderborn, vom Main aus missioniert, verehrt heute noch den heiligen Kilian als zweiten Patron. Im Mittelalter hatte Würzburg einen hohen Rang: Reichs- und Hoftage fanden statt, die Hochzeit Kaiser Friedrich Barbarossas, auch ein deutsches Nationalkonzil (1287). Zahlreiche Orden siedelten hier; 1221 entstand in Würzburg das erste Franziskanerkloster nördlich der Alpen. Würzburg sah unter Bischof Bruno die stabile Zeit des Kaisertums; später die Auseinandersetzungen im Investiturstreit, in denen Bischof Adalbero eine herausragende Rolle spielte. Auch von sozialen und kirchlichen Mißständen blieb die Stadt nicht verschont, in deren Folge Reformation und Bauernkriege tiefgreifende Veränderungen brachten. Ein Opfer der konfessionellen Auseinandersetzungen war der Märtyrerpriester Liborius Wagner - heute ein Mahner für Versöhnung. Zu Konsolidierung und neuer Blüte führte das Bistum vor allem Bischof Julius Echter von Mespelbrunn. Neben dem Juliusspital entstanden andere Spitäler und karitative Einrichtungen. Gefördert wurden Bildung und Schulwesen, die Universität 1582 gegründet. Tiefe Wunden schlugen die Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges. Schwedische Truppen besetzten die Festung Marienberg. Diesen Wirren folgte im 18. Jahrhundert eine lange Zeit des Friedens und der Blüte. Die Barockzeit ließ Kunst und Kultur zu erstaunlichen Leistungen aufblühen. Die kunstsinnigen Fürstbischöfe aus dem Haus Schönborn holten qualifizierte Künstler nach Würzburg. Der Bau der Residenz und die barocke Umgestaltung der Stadt begannen. Auf dem Lande schufen heimische Künstler heitere Barockkirchen. Das kirchliche Leben blühte in feierlichen Prozessionen, festlichen Liturgien und beschwingter Musik. Als Folge der französischen Revolution und der napoleonischen Kriege ging das Hochstift Würzburg mit anderen geistlichen Territorien zugrunde. Die Säkularisierung von 1803 beendete das kulturelle und karitative Engagement auch vieler Klöster. 1821 entstand das Bistum Würzburg neu. Fortan suchte das kirchliche Leben neue Wege. 1848 trafen sich in Würzburg die deutschen Bischöfe erstmals zu einer Bischofskonferenz. Neue Ordensgemeinschaften entstanden, die sich der sozialen Not des Industriezeitalters annahmen. Das katholische Verbandswesen begann sich zu konstituieren und einflußreich zu werden.
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| Bis heute im Bistum Würzburg unvergessen: Bischof Julius Döpfner. |
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Im Kulturkampf ab 1871 stand die katholische Kirche stark unter staatlichem Druck. Dazu kamen die Konflikte im Zuge der theologischen Aufklärung, des Ersten Vatikanischen Konzils und des Antimodernismus. Nach dem Elend des Ersten Weltkriegs und der Inflationszeit wurde der Kirchenkampf des Dritten Reiches in Unterfranken sehr heftig. Die Solidarität der Katholiken mit ihrer Kirche und Bischof Matthias Ehrenfried zeigte sich im Aufschwung der Wallfahrten zum Kiliansgrab ab 1935.Am 16. März 1945 sanken mit der Stadt auch Würzburgs Kirchen in Schutt und Asche. Bischof Matthias Ehrenfried starb 1948; sein Nachfolger wurde Bischof Julius Döpfner. 1957 wurde Döpfner zum Bischof von Berlin ernannt. Sein Nachfolger Josef Stangl, der bis 1979 die Geschicke des Bistums lenkte, ist wegen seiner väterlichen und gütigen Art bei vielen Katholiken bis heute unvergessen. 1967 war der Wiederaufbau des Domes vollendet. Eine Antwort auf die neuen Herausforderungen der Kirche durch die Gegenwart fand das Zweite Vatikanische Konzil, an dem Bischof Josef Stangl und Weihbischof Alfons Kempf teilnahmen. Für die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse in Deutschland arbeitete die Gemeinsame Synode der Bistümer der Bundesrepublik von 1972 bis 1975 im Würzburger Dom. 1968 trat der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Würzburg erstmals zusammen. Das Engagement von Laien in der Kirche wird fortan immer wichtiger. 1979 wurde Dr. Paul-Werner Scheele der 87. Bischof in der langen Reihe der Würzburger Oberhirten. Am 14. Juli 2003, nach fast 25 Jahren fruchtbaren Dienst für das Bistum Würzburg, nahm Papst Johannes Paul II. den altersbedingten Amtsverzicht von Dr. Paul-Werner Scheele als Bischof von Würzburg an. Am 19. September 2004 wurde Dr. Friedhelm Hofmann im Würzburger Kiliansdom in das Amt des Bischofs eingeführt. Papst Johannes Paul II. hatte ihn am 25. Juni 2004 zum 88. Bischof von Würzburg ernannt. Hier finden Sie Informationen zu Persönlichkeiten der Gegenwart.
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