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Bruno von Würzburg (1005-1045)

(Bruno von Kärnten)

Bruno wurde um 1005 als Sohn des Herzogs Konrad I. von Kärnten geboren, sein Onkel war der Salierkaiser Konrad II. Wahrscheinlich im Hochstift Salzburg genoss Bruno seine priesterliche Bildung und wurde danach als königlicher Kapellan, das heißt als Mitglied der Hofkapelle, an den Hof berufen. Der Hofkapelle oblag die Obhut der Reichsreliquien, die Sorge für den Gottesdienst und die Erledigung des königlichen Schriftverkehrs. In der kaiserlichen Kanzlei seines Onkels lernte er die Aufgaben eines Regenten kennen.

1027 wurde er zum Kanzler von Italien ernannt, ein Amt, das er bis 1034 ausübte. In dieser Zeit der Kämpfe und Aufstände soll Bruno die Aufhebung der Belagerung Mailands durch das kaiserliche Heer erwirkt haben: ”Eine Katastrophe schien unabwendbar; da feierte Bruno am Pfingstfest vor der bedrohten Stadt die heilige Messe. Plötzlich brach ein entsetzliches Unwetter aus. Panik griff um sich. Von Bruno heißt es: Er stand ruhig am Altar. Nach der Messe wandte er sich an den Kaiser und beschwor ihn, Frieden zu schließen. Er teilte ihm mit, der heilige Ambrosius sei ihm erschienen und habe sich für die Bischofsstadt eingesetzt. Darauf hob der Kaiser die Belagerung auf und schloss Frieden” (Bischof Dr. Paul-Werner Scheele).

Am 14. April 1034 wurde Bruno zum Bischof von Würzburg geweiht. Als Fürstbischof fühlte er sich weiter der Politik verpflichtet. Er galt als Friedensstifter und stand in vielfältigen Kontakten mit den Friedensbemühungen seiner Zeit. Als Geistlicher und Regent wurde Bruno zum Vorbild eines christlichen Staatsmanns.

Ihm wird ein umfangreicher Kommentar zu den Psalmen zugeschrieben, er förderte das Schulwesen, vor allem die Domschule, ließ Abschriften von Alkuins Erklärungen des Vaterunsers und des apostolischen Glaubensbekenntnisses für den Klerus verfassen. Im Bewusstsein der Bevölkerung ist sein Name jedoch vor allem mit der Planung des Doms verknüpft. Doch Bruno konnte nur noch die ersten Anfänge des 1040 begonnenen Dombaus erleben. Wieder einmal war er in Reichsangelegenheiten unterwegs als man bei einer Schiffsreise nach Ungarn in Persenbeug nahe Ybbs bei Gräfin Richlinde von Ebersberg Station machte. Bei dem festlichen Mahl, das die Gräfin bereiten ließ, ereignete sich ein folgenschweres Unglück: Eine der Säulen, die den Festsaal trugen, hielt nicht stand und der Boden brach. Die Gesellschaft stürzte in die Tiefe. Dabei wurde Bruno so schwer verletzt, dass er am 27. Mai 1045 an den Folgen des Unfalls starb.

Die Beisetzung in der Krypta des eben begonnenen Doms zu Würzburg fand am 16. Juni statt. Sein Nachfolger, Bischof Adalbero, führte das Bauwerk fort. Bruno aber wurde bald wie ein Heiliger verehrt. Ab dem Jahr 1200 häufen sich Berichte von wunderbaren Heilungen an seinem Grab. Bischof Hermann von Lobdeburg leitete 1237/38 das Heiligsprechungsverfahren ein und versuchte – allerdings ohne Erfolg – Bruno als Heiligen der Gesamtkirche anerkennen zu lassen. 1257 ließ er seine Gebeine in ein Hochgrab übertragen, was damals einer formellen Heiligsprechung gleichkam. Bis heute ist es in der Krypta des Domes zu sehen.

Am 17. Mai wird bis auf den heutigen Tag das Brunofest im Bistum Würzburg begangen.

Jerzy Staus

Literatur:

Scheele, Paul-Werner. Bruno von Würzburg – Freund Gottes und der Welt. Würzburg: Echter-Verlag 1985.