Schüler-Zeit - eine Kooperation von Pfarrei und SchulpastoralDas Projekt Schüler-Zeit besteht mittlerweile seit über 4 Jahren in Würzburg.
Wie ist das Projekt entstanden?Seit 2003 existiert im Würzburger Stadtteil Sanderau das ökumenische Projekt "Eine Stunde Zeit - Nachbarschaftshilfe in der Sanderau". Hier engagieren sich 27 Ehrenamtliche regelmäßig eine Stunde pro Woche für andere fast ausschließlich ältere Menschen. Für dieses Projekt ist Claudia Walter, Pastoralreferentin von St. Adalbero verantwortlich. Im Februar 2007 meldet sich im Rahmen der Initiative "Eine Stunde Zeit" ein Student, der gerne einen Schüler in Mathematik aus dem Hauptschulbereich fördern will. Helga Neudert, Religionslehrerin und verantwortlich für Schulpastoral an der Goethe-Hauptschule Würzburg bietet Unterstützung und Mithilfe bei der Koordination an. Zeitgleich betreut seit längerer Zeit Marianne Müller, Konrektorin i.R. ehrenamtlich einen Schüler und setzt sich ein für das Anliegen "Alt hilft Jung". Sie wirbt mit Handzetteln in Geschäften für die Idee der kostenlosen Schülerbetreuung. Die sehr engagierte Studentin Judit Kiss wirbt mit Plakaten an verschiedenen Hochschulinstituten und bittet um Mithilfe. Innerhalb weniger Wochen finden sich weitere 20 interessierte Ehrenamtliche: Studentinnen und Studenten, eine Lehrerin in Elternzeit, Pensionierte aus unterschiedlichen Berufsgruppen wollen Schülerinnen und Schüler unterstützen. Sie begleiten Schüler der Max-Dauthendey-Grundschule und der Goethe-Hauptschule in Würzburg. Im September 2007 durfte Judit Kiss im Namen aller Ehrenamtlichen den Engagementpreis der Friedrich-Ebert-Stifung entgegennehmen. Wie kam es zum Namen "Schüler-Zeit"?Der Name Schüler-Zeit lehnt sich an das bewährte Projekt "Eine Stunde Zeit" an. Darüber hinaus soll darin eine weiter Komponente in den Blick genommen werden: Schüler - aus der Goethe-Hauptschule - engagieren sich ehrenamtlich in sozialen Einrichten und helfen mit bei Arbeiten in der Pfarrei. Was heißt Schüler-Zeit konkret?Ehrenamtliche begleiten und unterstützen SchülerDie Ehrenamtlichen gehen Schülerinnen und Schüler zur Hand: - bei den Hausaufgaben
- sie wecken Freude beim Lesen und beim Rechnen
- sie machen Mut für schulische Belange
- sie haben ein offenes Ohr für alltägliche Fragen und Sorgen
Die Ritaschwestern im Würzburger Stadtteil Sanderau stellen für die Initiative Schüler-Zeit ihre Räume zur Verfügung. Dort treffen sich die Ehrenamtlichen mit dem Schüler/der Schülerin, unterstützen und begleiten diese. Einige Schülerbegleiter treffen sich direkt mit den Schülern in der Mönchbergschule oder im ganztägigen Hort der Max-Dauthendey-Grundschule. Wie wird der Kontakt zwischen Ehrenamtliche und Schüler hergestellt?Steht ein/e Ehrenamtliche/r für einen Einsatz zur Verfügung, wird die Information an die Schule weitergegeben. Der Klassenlehrer oder die Klassenlehrerin schlägt auf Anfrage einen Schüler oder eine Schülerin vor. Wenn die Schülerin/der Schüler für die kostenlose Begleitung bereit ist und dies auch die Eltern befürworten, wird in der Schule ein erster Kontakt hergestellt. Bei diesem Zusammenkommen sind jeweils der betreffende Schüler, die/der Ehrenamtliche, eine Verantwortliche aus dem Leitungsteam "Schüler-Zeit" sowie der/die Klassenlehrer/in anwesend. Hier werden die nötigen Informationen gegeben, Ziele erarbeitet und auf die zu unterzeichnenden Verträge hingewiesen. Vertrag: Jeweils Ehrenamtliche, Eltern und Klassenlehrer unterzeichnen einen Vertrag für einen Zeitraum von 6 Monaten. Schulungen und Praxisreflexion der EhrenamtlichenIn den Räumen der Ritaschwestern finden regelmäßige Treffen mit den Ehrenamtlichen statt. Hier werden allgemeine wichtige Informationen ausgetauscht und von den Erfahrungen mit den Schülern berichtet. Von großer Bedeutung ist die regelmäßige Praxisreflexion. Im Gruppenrundgespräch können Schwierigkeiten und Widerstände angesprochen und bearbeitet werden. Bei Bedarf ist auch eine individuelle Praxisberatung möglich. Schüler der Goethe-Hauptschule engagieren sich ehrenamtlichEine Förderung einzelner Schüler ist sehr wichtig. Doch damit Schüler umfassend gestärkt werden, ist gleichzeitig wichtig, dass Schüler auch gefordert werden. Schüler brauchen Erfahrungsfelder, in denen sie erleben "ich kann etwas, ich werde gebraucht, ich bin wichtig". Es war möglich, Schülerinnen und Schüler für ein soziales Engagement zu vermitteln. So sind Schüler der 8. Klassen einmal pro Woche in Seniorenheimen und Kindergärten tätig. Sie helfen mit bei Pfarreiprojekten, z.B. Seniorenehrentag. Zwei Schüler unterstützen Ritaschwestern bei der Computerarbeit.
Die Einsätze werden von der Klassenlehrerin und Konrektorin Elisabeth Haberzettl betreut. Warum engagieren sich Menschen im Projekt "Schüler-Zeit"?Alle Engagierten erfahren, dass sie gebraucht werden, dass sie und ihr Einsatz wichtig sind. Sie erhalten Bestätigung für ihr Tun und sie haben Freude daran, sich zu engagieren. Die Ehrenamtlichen erhalten beim Ausscheiden aus dem Projekt Schüler-Zeit ein Zertifikat über den Umfang und die Art ihrer geleisteten Arbeit. Ebenso bekommen auch die Schüler, die sich ehrenamtlich in sozialen Einrichtungen engagieren, eine Art Zeugnis über ihr Engagement ausgestellt. Hier wird vor allem auf die erlangten und im Berufsleben geforderten Schlüsselqualifikationen verwiesen.
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